Deutsch / A2
Kannitverstan
Ein junger Mann aus Deutschland kommt nach Amsterdam. Er sieht ein sehr großes, schönes Haus. So ein Haus hat er auf seiner Reise noch nie gesehen. Vor den Fenstern stehen Blumen.
Er fragt einen Mann: „Wem gehört dieses schöne Haus?“
Der Mann versteht kein Deutsch. Er antwortet auf Niederländisch: „Kannitverstan!“ Das bedeutet: „Ich kann Sie nicht verstehen.“ Aber der junge Mann denkt, das ist ein Name. Herr Kannitverstan muss sehr reich sein!
Später kommt er zum Hafen. Dort sieht er viele Schiffe. Aus einem großen Schiff tragen Arbeiter immer mehr Waren an Land. Schon stehen viele Kisten und Fässer dort.
Der junge Mann fragt einen Arbeiter: „Wie heißt der Mann, dem diese Waren gehören?“
„Kannitverstan!“, antwortet der Arbeiter.
Jetzt denkt der junge Mann: Kein Wunder! Herr Kannitverstan bekommt so viele Waren. Deshalb kann er sich ein so großes Haus leisten. Er selbst hat wenig Geld und wird traurig.
Dann sieht er Menschen, die einem Wagen mit einem Toten folgen. Er nimmt seinen Hut ab und wartet still. Zu dem letzten Mann sagt er: „Der Tote war sicher ein guter Freund von Ihnen.“
Der Mann antwortet: „Kannitverstan!“
Der junge Mann glaubt nun, dass der reiche Herr Kannitverstan gestorben ist. Ihm kommen die Tränen. Er sagt: „Armer Kannitverstan! Was nützt dir jetzt dein Geld?“ Auch ein reicher Mensch muss einmal sterben, genau wie ein armer.
Er geht mit den anderen zum Friedhof und bleibt bis zum Ende. Danach fühlt er sich leichter. Er geht in ein Gasthaus, wo man Deutsch versteht, und isst mit gutem Appetit Käse.
Wenn er später wieder traurig ist, weil er wenig Geld hat, denkt er an Herrn Kannitverstan: an sein großes Haus, sein reiches Schiff und sein kleines Grab.
English summary · includes the ending
A young German craftsman visits Amsterdam and admires a splendid house. When he asks who owns it, a passer-by answers Kannitverstan. This means that he cannot understand the German question. The visitor, however, thinks it is the owner's name.
At the harbour, he asks about the owner of a rich ship's cargo and receives the same answer. He imagines that Mr Kannitverstan owns both the house and the goods, and feels unhappy about his own poverty.
Then a funeral passes. Another reply of Kannitverstan makes him believe that the rich man has died. He cries, but also finds comfort in thinking that wealth cannot prevent death. He follows the funeral to the grave, then enjoys some cheese at a German-speaking inn.
Later, whenever his poverty troubles him, he remembers Mr Kannitverstan's large house, rich ship and narrow grave. He never discovers his misunderstanding.
Adapted for Lejrbål from the credited source.
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