Deutsch / B2
Der Fuchs und das Pferd
Ein Bauer hatte ein Pferd, das ihm viele Jahre treu gedient hatte. Als es jedoch alt wurde und die schwere Arbeit auf dem Feld nicht mehr leisten konnte, wollte er ihm kein Futter mehr geben.
„Eigentlich kann ich dich nicht mehr gebrauchen“, erklärte er. „Aber zeig mir, dass du noch stark genug bist, einen Löwen hierherzubringen. Dann behalte ich dich. Bis dahin hast du in meinem Stall nichts mehr zu suchen.“ Damit jagte er das Pferd hinaus.
Traurig machte es sich auf den Weg zum Wald, um dort Schutz vor dem Wetter zu suchen. Unterwegs traf es einen Fuchs, dem seine gedrückte Stimmung auffiel.
„Mein Herr hat vergessen, was ich all die Jahre für ihn getan habe“, erzählte das Pferd. „Weil ich nicht mehr richtig arbeiten kann, bekomme ich kein Futter mehr. Er will mich nur behalten, wenn ich ihm einen Löwen bringe. Dabei weiß er genau, dass ich das nicht kann.“
Der Fuchs bot seine Hilfe an. Das Pferd sollte sich auf den Boden legen, sich ausstrecken und sich nicht mehr bewegen. Es musste aussehen, als wäre es tot.
Während das Pferd seinen Anweisungen folgte, suchte der Fuchs einen Löwen auf, der in einer Höhle in der Nähe lebte. Er versprach ihm eine gute Mahlzeit: Draußen liege ein totes Pferd.
Der Löwe kam mit. Neben dem reglosen Pferd machte ihm der Fuchs einen weiteren Vorschlag: „Ich binde seinen Schwanz an dich. Dann kannst du das Pferd in deine Höhle ziehen und es dort bequem und ungestört fressen.“
Der Löwe fand den Vorschlag gut und hielt still. Statt ihm jedoch beim Transport zu helfen, band der Fuchs mit dem Pferdeschwanz seine Beine zusammen. Er zog die Knoten so fest, dass der Löwe sich nicht mehr befreien konnte.
Dann klopfte er dem Pferd auf die Schulter und forderte es zum Ziehen auf. Sofort sprang es hoch und schleppte den Löwen mit sich. Dessen Gebrüll hielt es nicht auf: Über das Feld zog es ihn bis vor die Tür seines Herrn.
Der Bauer überlegte es sich anders, als er das sah. Er ließ das Pferd bei sich bleiben und versorgte es für den Rest seines Lebens mit reichlich Futter.
English summary · includes the ending
A farmer sends away his old horse because it can no longer work properly in the fields. He says the horse may stay only if it brings him a lion. The sad horse meets a fox near the forest and explains what has happened.
The fox offers to help. He tells the horse to lie still and look dead. Then he brings a lion over, promising it a good meal. He offers to tie the horse’s tail to the lion so the lion can pull the horse into its cave and eat there.
The lion agrees and stands still. Instead, the fox uses the horse’s tail to tie the lion’s legs together. At the fox’s signal, the horse jumps up and drags the roaring lion to the farmer’s door.
The farmer changes his mind. He lets the horse stay and gives it plenty of food for the rest of its life.
Adapted for Lejrbål from the credited source.
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